Das lesbische Paar Maggie und Kim gerät in Bedrängnis, als Maggies frisch geschiedene Mutter ohne Voranmeldung bei ihnen einzieht. Freche Coming-out-Komödie.
Die junge Buchhändlerin Maggie gehört als aktives Mitglied zur grossstädtischen Lesbenszene. Ihrer Familie hat sie ihre Neigung und ihren unkonventionellen Lebensstil bisher verheimlicht. Als sich eines schönen Tages ihre Mutter und der jüngere Bruder bei ihr einquartieren, versucht Maggie, eine Scheinwelt der "Normalität" vorzugaukeln. Turbulente Verwicklungen sind die Folge. "Better Than Chocolate" von Anne Wheeler ist eine heiter-besinnliche Cross-Over-Komödie mit hinreissenden Darstellern.
Tagsüber arbeitet Maggie (Karyn Dwyer) in dem Frauenbuchladen "Ten Percent", abends aber tritt sie als Showgirl im Szeneclub "Cat's Ass" auf. Zum Übernachten genügt ihr eine Couch im Buchladen. Eines Abends wird Maggie auf dem Heimweg von einer Gruppe Skinheads angegriffen. Gerade rechtzeitig wird sie von einer jungen Frau gerettet, die in ihrem Wohnmobil vorbeifährt. Das ist der Anfang der Liebesgeschichte von Maggie und Kim (Christina Cox). Ausgerechnet jetzt kreuzt Maggies Mutter Lila (Wendy Crewson) auf. Maggies Eltern haben keine Ahnung von den sexuellen Neigungen ihrer Tochter. Lila hat sich nach einem Streit von ihrem Ehemann getrennt und möchte nun mit ihrem Sohn Paul (Kevin Mundy) bei Maggie einziehen. Aber Maggie besitzt gar keine eigene Bleibe. Eine Freundin, die auf eine längere Geschäftsreise geht, springt ein und überlässt ihr die Wohnung. So kann Maggie Mutter und Bruder bei sich aufnehmen, Kim stellt sie als Wohnpartnerin vor. Aber lange lässt sich die Charade nicht aufrechterhalten. Maggie und Kim leiden unter der Heimlichkeit, dazu kommen Probleme im Buchladen, weil der Zoll importierte Bücher beschlagnahmt hat. Während Maggie im Chaos der Lügen und Halbwahrheiten versinkt, beginnt Lila an dem bunten Leben in der Gemeinschaft Geschmack zu finden. Vor allem, seit sie bei einer ihrer nächtlichen Schokoladenorgien unter dem Bett eine Kiste mit Sexspielzeug gefunden hat, mit dem sie ihrem Frust besser als mit Pralinenessen zuleibe rücken kann. Ausserdem hat sie sich mit Maggies Showkollegin Judy (Peter Outerbridge) angefreundet. Bei einem Besuch in deren Wohnung entdeckt Lila allerdings, dass Judy in Wirklichkeit Jeremy heisst. Die Zeit ist reif für einige Geständnisse.
Ann Wheelers Lesbenkomödie gehörte damals zu den Publikumslieblingen am Filmfestival von Berlin. "Wenn es einen 'Gute-Laune-Film' auf dieser Berlinale gab, dann 'Better Than Chocolate', eine schräge Sittenkomödie, der der Bravourakt gelingt, zugleich sinnlich und komisch zu sein", schrieb die "Berliner Morgenpost". Regisseurin Ann Wheeler gehört in ihrer Heimat Kanada zu den arrivierten Filmemacherinnen. Internationale Anerkennung erhielt sie für den an mehreren Festivals ausgezeichneten "A War Story" (1983), einen Dokumentarfilm über ihren Vater Dr. Ben Wheeler, der während des Zweiten Weltkriegs vier Jahre in Gefangenschaft war. Ebenfalls ausgezeichnet wurde ihr Fernsehfilm "The War Between Us" (1995), der von der Internierung von Amerikanern japanischer Abstammung im Zweiten Weltkrieg handelt.
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