Freiburg macht einen grossen Schritt zur rechtlichen Anerkennung homosexueller Frauen und Männer
Die Freiburger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben heute in einer Volksabstimmung die neue Kantonsverfassung angenommen, die in einem Artikel gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf eine registrierte Partnerschaft gewährt. Dies darf als Weltpremiere bezeichnet werden, denn bisher wurde dieses Recht lediglich in Gesetzesartikeln aber noch nie in einer Verfassung festgelegt. Sarigai, die Vereinigung der Homosexuellen von Freiburg und Lago, die entsprechende Vereinigung an der Universität Freiburg, freuen sich über diesen historischen Tag. Er bedeute für Schwule und Lesben des Kantons Freiburg ein wichtiger Schritt vorwärts in Richtung auf eine rechtlichen Anerkennung, schreiben die beiden Organisationen in einer Medienmitteilung.
Freiburgerinnen und Freiburger, vor allem homosexuelle Frauen und Männer können stolz auf ihren Kanton sein, so die beiden Organisationen weiter. Die Annahme der neuen Kantonsverfassung durch das Stimmvolk sei ein Zeichen der Aufgeschlossenheit und Offenheit für die Zukunft. Sie sei ein Beweis für einen Staat der seine Bürger respektiert.
Die registrierte Partnerschaft ermöglicht gleichgeschlechtlichen Paaren, ähnlich wie verheirateten, heterosexuellen Paaren, den Aufbau einer anerkannten partnerschaftlichen Beziehung, die ihre gegenseitigen Pflichten und Rechte garantiert. Viele Aspekte des täglichen Lebens (Mietvertrag, Steuern, Versicherungen, ...) aber auch lebenswichtige Fragen (Sicherheit, Unterstützung, Krankheit, Hospitalisierung, Erbschaft, Todesfall, ...) können so geregelt werden. Freiburg ist der vierte Schweizer Kanton, nach Genf, Zürich und Neuenburg, der gleichgeschlechtlichen Paaren eine registrierte Partnerschaft ermöglicht. Der Kanton muss nun innerhalb von vier Jahren den neuen Verfassungsartikel in einem entsprechenden Gesetz in die Praxis umsetzen.
Laut Sarigai und Lago sei die Einführung der registrierten Partnerschaft in der neuen Freiburger Kantonsverfassung ist ein grosser Schritt in Richtung auf eine rechtliche Anerkennung homosexueller Frauen und Männer. Sie beende die bisherige Ungleichbehandlung und erleichtere die Akzeptanz und die gesellschaftliche Integration homosexueller Mitmenschen. Weitere Schritte müssten allerdings noch folgen. Viele Lesben und Schwule würden immer noch darunter leiden, dass sie wegen ihrer sexuellen Orientierung in der Familie, am Arbeitsplatz oder auf der Strasse diskriminiert würden. Sarigai und Lago sind überzeugt, dass die registrierte Partnerschaft, wie schon in andern Kantonen und Ländern, eine positive Auswirkung auf die Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber Homosexuellen haben werde.
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