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Bündner NationalratskandidatInnen nahmen Stellung zum Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaft

Unsere Politiker hatten in diesen Tagen wohl Umfragen zur Genüge zu beantworten! So ist es nicht selbstverständlich, dass sich an einer entsprechenden Umfrage, die sich nur auf Graubünden bezog, 67% der KandidatInnen beteiligten! „Uns ist es ein Anliegen, dass die Wählerinnen und Wähler wissen, wie die KandidatInnen zum Themenkomplex Homosexualität stehen!“, betont Adrian Camartin von HAGR.
Die angehenden Nationalrätinnen und Nationalräte haben im Laufe des nächsten Jahres über ein Gesetz für eingetragene Partnerschaft zu entscheiden. Die HAGR (Homosexuelle Arbeitsgruppe Graubünden) hat im Rahmen der Nationalratswahlen 2003 eine Umfrage lanciert. Die Bündner KandidatInnen hatten die Möglichkeit, persönlich Stellung zu beziehen.
„Erfreulich, welch breite Unterstützung der Themenkomplex Homosexualität heute erfährt“, stellt Adrian Camartin fest.

Insgesamt ist ein bezeichnend klares Bild entstanden: Nur gerade fünf Personen stellen sich explizit quer gegen etwelche Gleichberechtigung, 83% aus den verschiedensten politischen Lagern stehen voll hinter einer aktiven Lösung, sei dies eine Ehe-Gleichstellung oder ein Partnerschaftsgesetz. „Bürgerliche Kreise befürworten eher die eingetragene Partnerschaft“, bestätigt Jan Boner von der aids-hilfe Graubünden. Das bedeutet, dass keine Kinder adoptiert werden dürften, kein gemeinsamer Name gewählt werden kann, erleichterte Einbürgerung ausländischer Partner nicht möglich ist und dieses Gesetz nicht im ZGB integriert wird. In allen anderen Punkten wäre die eingetragene Partnerschaft der Ehe gleichgestellt.

Nichts desto Trotz befürworten 35% eine klare Gleichstellung mit der Ehe, „was und natürlich besonders freut!“, unterstreicht Adrian Camartin.
Bezeichnenderweise sprechen sich 50% für eine aktive politische Haltung Graubündens aus, was die Schaffung eines Gesetzes anbelangt. Das zeigt doch einmal mehr, dass Graubünden zwar am Rande der Schweiz liegt, aber vielleicht gerade deshalb ein Bewusstsein und Engagement für Minderheiten unter Beweis stellt! „Kreise, die sich gegen eine aktive Haltung aussprechen, verlassen sich auf die Arbeit des Nationalrates im nächsten Jahr.“ schliesst Jan Boner. „Wir hoffen natürlich, dass die aufgeschlossenen Antworten nicht nur Lippenbekenntnisse sind! Die gewählten KandidatInnen sollen ihren Worten auch Taten folgen lassen.“ bemerkt Adrian Camartin.

Die Arbeitsgruppe ist überzeugt, dass die Antworten Klarheit über die persönliche Position der KandidatInnen schaffen und sie der Bevölkerung somit einen Schritt näher bringen. Die eingegangenen Antworten mit den persönlichen Bemerkungen können unter www.gaygraubuenden.ch im Detail betrachtet werden. Es ist erstaunlich, dass Vereinzelte doch noch an Klischeevorstellungen festhalten wie Zitat „...homosexuelle Menschen davon zu befreien...“ oder (eine Gleichberechtigung)„...wäre ein Akt gegen die Natur“.
„Wir setzen uns hier in Graubünden für einen realistischen und sachlichen Bezug zur Homosexualität ein!“, betont Jan Boner. In diesem Zusammenhang sei auf das Referat „Lebensweisen Vorurteile Einsichten“ von Udo Rauchfleisch hingewiesen (Professor für klinische Psychologie und Autor mehrerer Bücher). Am 12. November referiert er um 19:30 Uhr im Marsöl Saal in Chur. Eintritt frei.




Folien aus der Präsentation:
Anzahl Rückmeldungen
Rückmeldungen nach Partei
Zur Frage der vollumfänglichen Gleichstellung
Zur Frage der Form der Gleichstellung
Zur Frage einer kant. Lösung
Zur Frage der Antidiskriminierung

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